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26.09.2016

„Das Unglück anderer Leute

von Nele Pollatschek

Autorin Nele Pollatschek hat einen sehr eigenen Stil und sie das liest sich auch noch in einem irren Tempo. Ihr Debüt ist sowohl eine unterhaltsames, als auch absurde Story, die bis zum Schluss zu überraschen vermag. Nele Pollatschek rollt eine Familiengeschichte auf, bei der man sich immer wieder fragt, wie viel davon wohl dem eigenen Leben entnommen wurde (Wurzeln in der DDR, kulturschaffende Eltern, kleinteiliges Familienpatchwork, Stationen in Heidelberg, Frankfurt, Oxford), denn es deckt sich mit der Vita ihrer Heldin. Doch am Ende überschlagen sich die Ereignisse jenseits der  Eintrittswahrscheinlichkeit: es geht um Statistik und um Magie und um allerhand interessanter Gedankenspiele. Und das ist auch noch überaus lustig -  so lustig waren Tod und Familie schon lange nicht mehr.
Zum Inhalt:
Thene, 25 Jahre jung und Oxford-Studentin, sitzt zusammen mit ihrem Vater und ihrer Oma im Flugzeug nach England, wo sie ihre Masterverleihung feiern will. Schon im Flieger drehen sich die Gespräche nur um Astrid, Thenes ausgeflippte Mutter. Schon ein paar Beschreibungen reichen, um zu erkennen, dass es sich bei Astrid um eine unglaublich anstrengende und nervige Person handelt. In Heathrow werden sie sich mit ihrer durchgeknallten Mutter treffen, einer egomanischen, rabenmütterlichen Diva, die sich passenderweise meist in rotes Tuch kleidet und die nicht nur von ihrer Tochter mit aller Leidenschaft gehasst wird. Und dann gibt es auch den Vater Georg, der als Thene zehn Jahre alt war, sie verlassen hat und fünf Jahre abgetauchte, um als Schwuler wieder aufzutauchen. Doch Astrid wird im Buch das beherrschende Thema sein und in vielen Rückblicken arbeitet Thene das Mutterbild immer deutlicher heraus. Mutter Astrid ist Althippie, Weltretterin, Punk, die nicht nur ihre Familie manipuliert, sondern der es mehr um ihre guten Taten geht, die sie zweifellos in eigennütziger Absicht begeht, als um ihre Familie. Wer nun aber denkt, es ginge nur um Vergangenheitsbewältigung, wird angenehm überrascht. Ab Mitte des Buches driftet die Handlung immer weiter in die Skurrilität ab und wartet mit vielen Überraschungen auf. Man lernt nach und nach die ganze Familien-Sippe kennen und damit noch viele weitere verschrobene Menschen in Thenes Leben. Es geht um Statistik und um Magie und um allerhand interessanten Gedankenspiele. Thene, also eigentlich Nele Pollatschek berichtet ihren Plot so intelligent, so böse, so voll mit schwarzem Humor, dass man sich wünscht, in Zukunft noch viel mehr von ihr zu lesen.

Pollatscheks Familiengeschichte voller schräger und eigensinniger Charaktere, die nicht mit, aber auch nicht ohne einander können, ist extrem flott geschrieben. Was aber so leichtfüßig daher kommt, hat trotzdem Gewicht, vor allem in den kleinen, ganz beiläufig eingestreuten Sätzen, die gelegentlich große Weisheiten beinhalten. Dem Scheitern aller Vernunft in diesem Familienstory beizuwohnen, lässt manchmal geradezu körperlich leiden. Aber es ist eben auch schreiend komisch. Der ideale Roman für einen wechselhaft-launischen Herbst.

„Das Unglück anderer Leute“ von Nele Pollatschek, Gebundene Ausgabe, EUR 18,99
Versandkostenfrei auf bücher.de



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