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08.01.2016

DIE BÜRONOMADIN

Die Geschichte einer Rastlosen

Während die Menschheit in den vergangenen paar tausend Jahren immer sesshafter geworden ist, kommt es in den letzten Jahrzehnten wieder vermehrt zu Erscheinungen von Nomadentum. Viele Zeitgenossen verbringen wesentliche Teile ihres Lebens mit ihrem Notebook oder Handy in Bahnhöfen, Zügen, auf Flughäfen und in Passagiermaschinen, zumindest in den Industrienationen.

In unserer hochzivilisierten Gesellschaft entsteht eine neue Art von Wander(mit)arbeitern, die von Job zu Job und von einem Ort zum nächsten ziehen. Nicht, dass sie es freiwillig täten – sie bringen die Mobilität und Flexibilität auf, von der in Stellenanzeigen so positiv die Rede ist. Manche leiden unter der ständigen Veränderung von Arbeitsstelle und Wohnort, andere jedoch wechseln den Job aus eigenem Antrieb: Sie sind auf der Suche nach stimmigeren Umständen, nach einem erfüllteren Leben. Stephanie König ist eine von ihnen.

Im Morgengrauen trägt Stephanie schon mit acht Jahren Zeitungen aus, frierend durch den Schnee, eingeschüchtert von verärgerten Hunden und Männern in ausgeleierten Unterhemden. Mit 16 treibt ein moderner Beduine sie zum Auszug aus dem Elternhaus und überredet sie zu einem Leben ohne Konventionen unter Künstlern im Regensburger Altstadtzentrum. Um sich finanziell über Wasser zu halten, nimmt sie verschiedene Jobs an. Sie startet als Schwimmbad-Putze, spielt vielversprechend in einem Film von Hark Bohm, posiert als Model, bedient nachts in abenteuerlichen Kneipen und paukt tagsüber für ihren Abschluss zur Fremdsprachenkorrespondentin. Aber auch danach kommt Stephanie beruflich nicht zur Ruhe, und auch ihr Liebesleben kurvt durch Höhen und Tiefen. Umzüge quer durch die Steppen des Landes prägen ihr Leben. Mit 39 bringt Stephanie es auf 39 Arbeitgeber.

»Was meinen beruflichen Werdegang betrifft: Bis heute empfinde ich mich selbst als verirrten und verlotterten Punk der Arbeitswelt – auch wenn ich in High Heels und engem Wickelrock ins Büro gehe. Zwischendurch musste ich die Stilettos immer wieder abstreifen, gegen Wanderstiefel eintauschen und meine Reise in unbekannte Gefilde fortsetzen. Tief im Innern war ich stets auf der Suche nach einem Traumjob, einem Traumchef, einem Traumteam – und nach dem damit verbundenen Heimatgefühl. Nur brauche ich dafür offensichtlich etwas länger als andere Arbeitnehmer. Wie das Ziel der Reise aussehen wird, weiß ich nicht.« Stephanie König

Ohne Jammern und Wehklagen, dafür aber mit viel Humor erzählt Stephanie König in DIE BÜRONOMADIN vom holprigen Überleben in der modernen Arbeitswelt und weshalb sie schon so oft aus freiem Willen den Job gewechselt hat. Ihr Erfahrungsschatz ist beeindruckend und ihr realer Lebenslauf vermutlich mindestens 20 Seiten lang.

STEPHANIE KÖNIG, geboren in Viernheim, schnupperte bereits in zahlreiche Berufssparten. Als viertes von sechs Kindern erlebte sie durch den Beruf ihres Vaters schon in jungen Jahren mehrere Umzüge, die ein Heranwachsen in verschiedenen Bundesländern nach sich zogen. Ihre derzeitige Tätigkeit als Sachbearbeiterin in einem mittelständischen Betrieb übt sie im Frankfurter Großraum aus.


DIE BÜRONOMADIN
Autorin: Stephanie König
Schwarzkopf & Schwarzkopf Verlag
Preis: 9,99 Euro
ISBN 978-3-86265-539-7
Erscheinungstermin: 15. Februar 2016



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