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11.03.2016

Die fünf beliebtesten Vodkas in Deutschland

Wie findet man den beliebtesten Vodka der Deutschen?



Den beliebtesten Vodka der Deutschen zu finden, ist nicht ganz so einfach. Geht man nach den Absatzmengen über den Einzelhandel, den Versandhandel, dem Ausschank in der Gastronomie oder gar dem Geschmack? Die Datenlage ist schwierig, unklar und widersprüchlich. Gerade beim Wodka haben auch diverse Discounter-Marken von Aldi (Zaranoff) oder Lidl (Putinoff) sowie der deutsche Wodka Gorbatschow einen nicht unerheblichen Marktanteil.


Als Datengrundlage haben wir uns für Google-Trends entschieden, eine Auswertung auf Basis der Suchanfragen. Auf Platz 5 ging es dabei zwischen Skyy Vodka und Wodka Gorbatschow verdammt eng zu. Wie der nachfolgenden Abbildung zu entnehmen ist, liegt die deutsche Wodka Marke seit August 2014 in den Suchanfragen vor der amerikanischen Edel-Marke. Die starke Marketing-Präsenz des Gorbatschows aus dem Hause Henkell & Co. hat daher den Skyy Vodka aus den Top Five der beliebtesten Wodka-Marken verdrängt.

Die fünf Top Vodkas und die Relevanz der Datengrundlage


Für diese Auswertung haben wir die Suchanfragen im Zeitraum von Januar 2013 bis Januar 2016 herangezogen, also haben wir volle drei Jahre betrachtet. Auffällig ist beim Vodka, dass die Suchanfragen über die Jahre insgesamt kaum zugenommen haben. Im Gegensatz zum Gin oder Whisky liegt Wodka ganz offensichtlich nicht im Trend. Trotzdem zählt Wodka mit einem Pro-Kopf-Verbrauch von 0,92 Litern im Jahr nach dem Kräuter- und Sahnelikör zu den drei beliebtesten Spirituosen der Deutschen. Während Whisky mit einem jährlichen Pro-Kopf-Verbrauch von 0,57 Litern noch mithalten kann, ist Gin mit einem Pro-Kopf-Verbrauch von nur 0,06 Litern pro Jahr weit abgeschlagen und taugt allenfalls als ein trendiges Nischen-Produkt (Quelle). Da unsere Auswertung auf den Suchanfragen von Google beruht, spiegeln sich darin aktuelle Trends und Entwicklungen wesentlich stärker wieder, als dies auf der Grundlage einer statistischen Erhebung der Fall wäre. Daher ist unsere Auswertung der fünf beliebtesten Wodkas in Deutschland natürlich auch mit einer gewissen Vorsicht zu genießen.
Überblick über die fünf beliebtesten Vodkas in Deutschland

Wie bei allen Spirituosen ist der Dezember immer ein Monat mit besonders vielen Suchanfragen. Die hochprozentigen Getränke werden dann häufig als Geschenk gesucht oder für den Eigenverbrauch über die Feiertage benötigt. Eindeutiger Marktführer in den Suchanfragen der letzten drei Jahr ist der Wodka der schwedischen Marke „Absolut“. Der Erfolg der Marke aus dem Hause Pernod Ricard gründet nicht nur auf dem erfolgreichen Marketing, sondern auch auf der außergewöhnlichen Vielfalt im Sortiment. Auf Platz zwei hat sich inzwischen die polnische Edel-Marke Belvedere etabliert. Auf Platz drei folgt Smirnoff Vodka, dicht bedrängt von der französischen Premium-Marke Grey Goose. Mit deutlichem Abstand bei der Häufigkeit der Google-Suchanfragen folgt Wodka Gorbatschow auf Platz fünf.

Platz 1: Absolut Vodka aus Schweden

Der schwedische Marken-Wodka wird seit 1879 in Ahus produziert. Das Unternehmen geht auf Lars Olsson Smith zurück, der im Gegensatz zu den meisten anderen Herstellern, eine fraktionierte Destillation zur Herstellung des Destillats einsetzte. Daher kann man beim Absolut Vodka nicht sagen, ob dieser dreifach oder fünffach destilliert ist, denn es handelt sich um ein kontinuierliches Verfahren. Diesen Wodka nannte Lars Olsson Smith „Tiodubbelt Renadt Brännvin“, was einfach nur „absolut reiner Branntwein“ bedeutet. Später wurde der Name auf „Absolut Renadt Brännvin“ vereinfacht. 1917 hat die schwedische Regierung die Spirituosenindustrie verstaatlicht. 1979 wurde der Wodka erstmals exportiert und der Name auf „Absolut“ verkürzt. Das Markenimage ist von der schwedischen Apotheker-Flasche, einem unvergleichlichen Varianten-Reichtum und durch die Einbindung zahlreicher internationaler Künstler geprägt. Die Jahresproduktion hat sich von 1979 bis 2009 von 90.000 Litern auf 96 Millionen Litern mehr als vertausendfacht und der Absolut Vodka wird inzwischen in 126 Ländern vermarktet. 2008 wechselnden die Markenrechte und das Unternehmen für 5,6 Milliarden Euro vom schwedischen Staat zum französischen Spirituosenkonzern Pernod Ricard den Eigentümer. Das Destillat wird aus Winterweizen gewonnen, für einen Liter Wodka muss etwas mehr als ein Kilogramm Getreide verarbeitet werden.

Platz 2: Belvedere Wodka aus Polen

Wie viele Wodka-Marken hat auch Belvedere den Weg zum europäischen Verbraucher über den amerikanischen Markt gefunden. Im Gegensatz zur europäischen Bar-Szene gelten die Bars in New York und Los Angeles als ausgesprochene Trendsetter und sehr experimentierfreudig. Belvedere war bis weit in die 1990er Jahre eine allenfalls regionale bekannte Marke für polnischen Wodka. Erst als Edward Jay Phillips 1997 die Importrechte für die USA erhielt und das Marken-Image auf Edel-Vodka getrimmt wurde, wurde der Wodka einer breiten Käuferschicht bekannt. Mit der Übernahme der Markenrechte und des Unternehmens durch den französischen Luxus-Marken-Hersteller Moët Hennessy Louis Vuitton im Jahr 2005 ist Belvedere Vodka endgültig ins Bewusstsein der deutschen Wodka-Liebhaber gerückt. Namenspatron für den seit 1989 von der Brennerei Polmos Żyrardów produzierten Wodka war Sitz des polnischen Staatspräsidenten, der Belvedere-Palast in Warschau, seinerseits Vorbild für viele Landsitze des polnischen Adels. Für die Herstellung wird ausschließlich polnischer Dankowskie-Gold-Roggen verwendet, der insgesamt vierfach destilliert wird. Das zur Herstellung und Herabsetzung des fertigen Destillats auf Trinkstärke verwendete Wasser stammt aus dem hauseigenen artesischen Brunnen. Die Marke war Sponsor des James Bond Films „Spectre“ und zählt seit 2013 zu den am meisten ausgezeichneten Spirituosen. Eine Besonderheit ist das Diorama auf der Innenseite der Etiketten. Dargestellt ist die Silhouette des Belvedere-Palastes in Warschau, welche durch die Veränderung des Maßstabs vom Vorder- zum Hintergrund eine perspektivische Darstellung und somit Dreidimensionalität vortäuscht.

Platz 3: Smirnoff Wodka – die meistverkaufte Spirituosen-Marke der Welt

Der Weltmarktführer im Bereich Wodka und vermutlich auch die meistverkaufte Spirituosen-Marke überhaupt ist Smirnoff. Der Erfolg geht auf Pjotr Smirnow zurück, der 1864 in Moskau eine Brennerei eröffnete und als einer der ersten auf die Filtration mittels Holzkohle setzte. Dadurch hatte der Wodka eine für die damalige Zeit ungewöhnliche Qualität. Das Destillat von Smirnoff wurde zum bevorzugten Wodka des Zarenhauses und in Moskau stammte um 1886 rund 2/3 des gesamten Wodkas von Smirnow. Im Jahr 1904 wurden alle russischen Wodka-Hersteller verstaatlicht und mit der Oktober-Revolution 1917 sahen sich die Nachkommen von Pjotr Smirnow endgültig gezwungen, Russland zu verlassen. Der dritte Sohn von Pjotr, Vladimir Smirnov, übernahm 1920 eine Brennerei in Istanbul, es folgte vier Jahre später eine Brennerei im damals polnischen Lwow und schließlich 1925 in Paris. Die heutige Schreibweise „Smirnoff“ geht auf die französische Aussprache des Namens zurück. Trotz aller Bemühungen blieb der Absatz weiter hinter den früheren Verkäufen in Russland zurück. In Paris kam schließlich ein Treffen mit einem ehemaligen Getreide-Lieferanten aus Moskauer Zeiten zustande. Der inzwischen nach New York ausgewanderte Geschäftsmann erwarb das Recht zur Herstellung von Smirnoff Vodka in Nordamerika, musste dieses aber mangels Erfolg schon 1939 weiterveräußern. Nur langsam stellte sich bei den traditionellen Whisky-Trinkern in den USA ein Wachstum ein. Die Markenrechte gingen schließlich 1982 an die R. J. Reynolds Tobacco Company und nur fünf Jahre später an Grand Metropolitan. Aus der Verschmelzung von Grand Metropolitan mit Guinness ging schließlich der heutige Eigentümer DIAGEO hervor. Den Durchbruch hat der Smirnoff erst Anfang der 1990er erreicht. Die auf dem Gebiet der ehemaligen DDR bis Ende 1993 stationierten sowjetischen Truppen kamen nach der Wiedervereinigung besonders intensiv mit westlichen Markenprodukten in Kontakt, wie etwa Levi Jeans, Marlboro oder Smirnoff. Diesmal bewies Smirnoff ein ausgesprochen gutes Händchen für Product Placement. Die Offizierskasinos wurden in „Smirnoff-Clubs“ umbenannt, der Verbrauch in Deutschland stieg auf 20.000 Flaschen Smirnoff Wodka am Tag, die Marktanteile der Konkurrenten Moskovskaya und Stolichnaya waren in kürzester Zeit dahingeschmolzen. Über Mund-zu-Mund-Propaganda zwischen den russischen Soldaten im Ausland und den Familien und Freunden in der Heimat, erschien der Wodka von Smirnoff, der in der Sowjetunion 70 Jahre nicht zu kaufen war, innerhalb kürzester Zeit als der beste Vodka überhaupt. Der Markteintritt in Russland mit dem höchsten Pro-Kopf Wodka-Konsum der Welt, war damit reine Formsache und verdoppelte den Absatz von Smirnoff schlagartig. Heute wird Smirnoff Wodka in 130 Ländern vertrieben und u.a. in Großbritannien, der Mongolei, Indien, Irland, Italien und den USA produziert.

Platz 4: Der edle Grey Goose Vodka aus Frankreich

Souverän auf dem vierten Platz ist der Grey Goose Vodka gelandet. Die Wurzeln der französischen Edel-Marke gehen zurück in das Jahr 1996. Damals war der Vodka-Boom gerade im vollen Lauf und auf diesen Zug wollte auch Sidney Frank aufspringen. Der Grey Goose war ein von Beginn an durchgeplanter Marken-Vodka für den amerikanischen Markt. Um sich im Bereich des Luxus-Segments zu positionieren wurde der Preis, Qualität und Marketing des Vodkas entsprechend geplant. Um den entsprechenden Background zu schaffen, wurde als Produktionsort Frankreich ausgewählt und durch eine Partnerschaft mit dem Cognac Produzenten Francois Thibault wurden das Destillations-Verfahren des Cognac auf den Vodka übertragen. Der französische Winterweizen aus der Picardie und das durch Kalkstein gefilterte Wasser aus einer 500m tiefen Quelle taten ihr übrigens und Voila: der Super-Premium Vodka Grey Goose war geschaffen. Zur Unterstreichung der Qualität wurde der Wodka zu Beginn sogar in Holzkisten ähnlich teurem Wein ausgeliefert. Die Abfüllung erfolgte auf Rauchglas, welches mit den stilbildenden fliegenden Gänsen bedruckt ist. Bereits 1998 wurde Grey Goose zum besten Vodka der Welt gekürt und 2004 konnten allein in den USA 1,5 Millionen Flaschen verkauft werden. Grey Goose Vodka wird fünffach destilliert und anschließend einer Kupferfiltration unterzogen. Inzwischen gibt es auch einige Varianten von Grey Goose, sogenannte Flavoured Vodkas. Allen Varianten gemein ist, dass alle Zutaten vom Weizen über das Wasser bis hin zu den verwendeten Aromen wie Melone oder Zitrone zu 100 % aus Frankreich stammen. Mit dem Grey Goose hat sich mal wieder bewiesen, dass man mit einer guten Spirituose und einem stimmigen Gesamtkonzept in weniger als 10 Jahren ein gutes Stück vom Weltmarkt erobern kann.

Platz 5: Wodka Gorbatschow hat (fast) nichts mit Russland zu tun

Auf dem fünften Platz in den Suchanfragen wirkt der Wodka Gorbatschow etwas abgeschlagen. Tatsächlich täuscht sich Google hier über die wahre Bedeutung dieser Spirituose in Deutschland. Gorbatschow ist hierzulande die meistverkaufte Wodka-Marke überhaupt und im Gegensatz zu einigen postmodernen Premium-Marken hat der Gorbatschow auch eine echte Geschichte. Diese geht nicht, wie viele vermuten, auf den letzten Präsidenten der UdSSR und Friedensnobelpreisträger Michail Gorbatschow zurück, sondern auf Leo Gorbatschow. Dessen Geschichte ist ähnlich wie die von Vladimir Smirnov. Während der Oktoberrevolution 1917 verließ er mit seiner Familie Russland und ließ sich in Berlin nieder. Dort erhielt er am 28. April 1921 die Genehmigung, Wodka zu destillieren. Zunächst ein Nischenprodukt für die russische Exil-Gemeinde, entwickelte sich der Absatz nur mäßig. Die Brennerei und deren Markenrechte gingen nach dem Zweiten Weltkrieg durch einige Hände. Heute gehört die Marke zu Henkell & Co. und damit zum Konglomerat der Dr. August Oetker KG. Der in Deutschland sehr geschätzte Michail Gorbatschow hat also rein gar nichts mit dem Wodka zu tun, wenn gleich er zu dessen Beliebtheit in Deutschland durchaus beigetragen haben dürfte. Der vierfach kältegefilterte Wodka ist ein echtes deutsches Unikat und erreicht in keinem anderen Land der Welt auch nur annähernd seine deutschen Popularitätswerte. Sein jedem bekannter Slogan „Des Wodkas reine Seele.“ wird schon seit 1975 benutzt. So sagen wir „Nastrovje!“ und freuen uns darüber, dass es auch ein deutscher Wodka unter die beliebtesten Wodkas der Deutschen geschafft hat.

Unser Tipp: Russian Standard Wodka ist ein echter Russe

Auch wenn er in den Trends der Suchanfragen keine Rolle spielt, möchten wir unseren Kunden mit dem Russian Standard Wodka einen der beliebtesten Artikel bei Conalco ans Herz legen. Der Wodka geht auf den ehemaligen Fremdenführer Rustam Tariko zurück, der in der post-sowjetischen Zeit seinen Reichtum durch den Vertrieb von Ferrero Rocher und italienischem Wermut machte und somit zum Oligarchen avancierte. Als solcher hat er 1992 seinen eigenen Wodka aufgelegt und ist inzwischen zum größten russischen Wodka-Produzenten aufgestiegen. Laut der Forbes-Liste 2015 wurde sein Vermögen auf 1,1 Milliarden US-Dollar geschätzt (Quelle). Der Wodka wird in Sankt Petersburg produziert. Zum Einsatz kommen nur russische Rohstoffe. Der Winterweizen wird vierfach destilliert und geblendet wird mit dem Wasser des Ladoga See. Das Wasser aus diesem See, übrigens der größte See Europas, gilt als besonders weich und verleiht dem Wodka dadurch seinen weichen Charakter. Gefiltert wird mit Aktiv-Kohle, die Imperia-Variante wird nach der achtfachen Destillation gar durch Quarz gefiltert. Auch wenn der Russian Standard ähnlich dem Grey Goose und dem Belvedere ein Kind der 1990er Jahre ist, ist sein Preis-Leistungs-Verhältnis jedoch ohne Zweifel als respektabel zu bezeichnen. Den Russian Standard Vodka können wir als Spirituosen-Händler unseren Kunden mit ruhigem Gewissen ans Herz legen.



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