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       13. Januar 2015

Die Verbindung von Straßenkultur und „Ready-to-Wear“

Grounded in Fashion

Die Brüder Eri und Philip Chu aus Honkong sind die Macher hinter dem Hongkonger Streetwear-Label „Ground Zero“. Die Designs des im Jahr 2008 gegründeten Modeunternehmens werden mittlerweile in 40 Läden weltweit verkauft.

Bei der diesjährigen Hong Kong Fashion Extravaganza im Januar zeigen die beiden Designer ihre Frühling/Sommer-Kollektion 2015 zum ersten Mal auf dem Hongkonger Catwalk.

Beide teilen viele Interessen: sie lieben Musik, Cartoons, Roboter, Filme und natürlich Mode. Eri, ausgebildeter Grafiker, und Philip, der Modedesign in London studiert hat, erinnern sich an die ursprüngliche Idee für das eigene Mode-Label: „Eines Tages zeigte mir Eri einen graphischen Entwurf und ich dachte mir, dass es cool sei, dieses Design in die Mode einzubauen.“ Der Name „Ground Zero“ spiegelt die Lebenssituation wider, in der sich die Brüder damals befanden: „Eri hatte einen Beruf ohne Zukunftsaussichten und ich war arbeitslos. Deshalb entschlossen wir uns, unser Modelabel „Ground Zero“ zu nennen, um uns immer wieder daran zu erinnern, wo wir begonnen haben: nämlich ganz unten“, sagt Philip Chu.

Eine Design-Philosophie voller Gegensätze

Gewagte, einzigartige Designs und unregelmäßig geschnittene Formen sind das Markenzeichen des Hongkonger Streetwear-Labels. Inspirieren lassen sich die Brüder dabei von Cartoons und der Popkultur und kreieren eine Mischung aus Pop- und Straßenkultur in Verbindung mit „Ready-to-Wear“: „Wir finden es interessant, diese Elemente, die eigentlich im Widerspruch zueinander stehen, zu verbinden und damit etwas Neues zu erschaffen. Für unsere Frühlings- und Sommerkollektion 2015 haben wir beispielsweise eine Jeansjacke mit Chiffon, Rüschen und anderen weiblichen Elementen verziert und dadurch Streetkultur mit Konfektionskleidung kombiniert. Solch eine Art von Kontrast benutzen wir immer“, erzählt Philip Chu.

Durchhaltevermögen ist entscheidend

Eine große Herausforderung bei der Entwicklung von „Ground Zero“ war für die Chu-Brüder die fehlende Erfahrung. Dazu kamen – als größte Schwierigkeit – finanzielle Hürden, aber auch fehlende Beziehungen zur Branche: „Da wir keinen einzigen Käufer kannten, ging ich mit unseren Entwürfen im Koffer von Laden zu Laden und fragte, ob man Interesse daran hätte, unsere Kollektion zu kaufen. Auf diese Weise schafften wir es, einige kleine, sehr modische Boutiquen in London zu beliefern. Doch dann lernten wir einen Händler aus Paris kennen, der bekannte Marken wie Jean Paul Gaultier verkaufte. So erhielten wir schließlich die Chance, unsere Kollektion an gute Boutiquen auf der ganzen Welt zu verkaufen“, berichtet er.

Ein Online-Shop für „Ground Zero“

Inzwischen kann man die Mode von Eri und Philip Chu auch online kaufen. Ein Laden vor Ort sei zwar auch wichtig, aber auf lange Sicht sei eine Online-Plattform von größerer Bedeutung. „Einen eigenen Laden aufzumachen ist eine große Investition, ganz besonders, wenn es sich um eine Stadt wie Hongkong handelt. Daher planen wir, unseren ersten Shop in Shanghai zu eröffnen, da es dort ebenfalls sehr viele Modebegeisterte gibt.“

Für alle aufstrebenden Designer, die sich ebenfalls einen Namen im Modegeschäft machen möchten, hat Philip Chu folgenden Tipp: „Man muss mutig sein und seine Entwürfe so vielen Leuten wie nur möglich zeigen, da man nie weiß, was sich daraus ergeben kann. Man sollte auch den Gebrauch von Social-Media-Plattformen in Betracht ziehen, obwohl es dort mittlerweile sehr viel Konkurrenz gibt. Aber zumindest kann man sich eine Fangemeinde aufbauen, was ein guter Anfang ist.“



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