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06.09.2019

Zahn über die Nase entfernt!

Extrem seltene Fehlanlage eines Eckzahns

Nicht durchgebrochene und verlagerte Zähne sind im Fachbereich der Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie alltäglich. Die Weisheitszähne sind mit rund 85 Prozent die am häufigsten verlagerten Zähne, der Eckzahn hingegen ist bei nur maximal 3 Prozent der Patienten verlagert.

Foto: Endoskopisch durchgeführte Entfernung des Zahns über die Nase

Die transnasale Entfernung eines überzähligen, in den Nasenboden verlagerten oberen Eckzahns unter Zuhilfenahme eines Endoskops ist jedoch eine Rarität und stellt selbst für den erfahrenen Operateur eine Herausforderung dar. Dieser außergewöhnliche Patientenfall wurde auf dem 69. Jahreskongressder Deutschen Gesellschaft für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie (DGMKG) vom 26. - 29. Juni in Frankfurt vorgestellt1.

Ein 15jähriger Patient wurde vom Kieferorthopäden mit einer Verschattung der rechten Kieferhöhle und einer Hyperdontie2 in die Klinik für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie des Klinikums Bremen-Mitte überwiesen. Das angefertigte OPT zeigte einen verlagerten, überzähligen Zahn 13a (oberer Eckzahn). Nach Komplettierung der Bildgebung durch eine Computertomographie konnte der Zahn im rechten oberen Nasenboden lokalisiert werden.Foto: Zahn nach der Entfernung OPT nach dem Eingriff

Darüber hinaus litt der Patient an einer polypenförmigen Schleimhautschwellung der rechten Kieferhöhle. In allgemeiner Schmerzausschaltung wurde endoskopisch gestützt eine Infundibulotomie3 mit nachfolgender Kieferhöhlenrevision und Entfernung des Zahnes 13a aus dem rechten Nasenboden über die Nase durchgeführt.

Der postoperative Heilungsverlauf war komplikationslos, die definitive Histologie bestätigte die Verdachtsdiagnose einer chronischen Sinusitis maxillaris (Kieferhöhlenentzündung). Der Patient ist nach dem Eingriff beschwerdefrei und mit dem Ergebnis sehr zufrieden.
Foto: Radiologische Befunde (OPT und CT)

Schlussfolgerung der MKG-Chirurgen: In Extremfällen können Zähne so verlagert sein, dass eine Entfernung über den Mund nicht oder nur mit hoher Morbidität für den Patienten möglich ist. Hier sollten dann Fachzentren involviert werden, die unter Zuhilfenahme moderner Techniken wie der Endoskopie Zähne auch auf atypische Weise entfernen können.

Weitere Infos zur modernen MKG-Chirurgie: www.patienteninfo-mkg.de (Patienten-Portal)
oder www.dgmkg.de (für Fachmediziner).
(alle Bildnachweise: Klinik für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie und Plastische Operationen,Klinikum Bremen-Mitte)

Quelle:
Deutsche Gesellschaft für Mund-, Kieferund Gesichtschirurgie (DGMKG)
1 Autoren: Dr. Dr. Patrick Schöne, Dr. Alexander Busch, Dr. Eduard Janz, Prof. Dr. Dr. Jan Rustemeyer
2 = Zahnüberzahl
3 = endoskopische Operation, bei der die Schleimhautnische unter der mittleren Nasenmuschel durch Entfernung des Hakenfortsatzes des Siebbeins erweitert wird

 



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