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Sie sind hier: Home » Lebensart » Kunst & Kultur am 23.03.2019


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14.03.2019

Puder „Session Tapes 3“

Geschichten vom Ende der Welt

Warum gehen Menschen auf Konzerte? Um die Energie zu spüren. Das Fragile. Das Unberechenbare. Die Menschen wollen das Leben in all seiner unmittelbaren Schönheit, Wucht und Merkwürdigkeit ganz nah an sich heran lassen. Genau dieses Gefühl vermittelt Catharina Boutari aka Puder in ihrer Reihe „die Session Tapes“.


Knallwach, intim, berührend. Bereits zum dritten Mal hat die hoch charismatische Hamburger Popkünstlerin nicht nur Musikerinnen und Musiker, sondern auch Publikum ins Studio geladen, um live neue Songs aufzunehmen. So entstanden fünf „Geschichten vom Ende der Welt“, die ein zartes Brodeln entfachen. Ein Spiel aus Dynamik und Rückzug, aus Songwriter-Sound, Blues, Rock, Chanson und Jazz.

Die Produktion atmet die Präsenz ihrer Gäste. „Das Publikum beruhigt mich. Ich singe nicht in eine sterile Leere hinein, sondern direkt für die Anwesenden“, sagt Catharina Boutari. Ihre Stimme haucht, wispert, betört, ruft, proklamiert. Der Gesang ist Leitfaden durch diese wunderschönen Lieder, die sich nicht in Wohlbefinden suhlen, sondern ihre Energie aus unserer spannungsgeladenen Gegenwart ziehen.

Zehn Tage gibt sich die Sängerin, Gitarristin und Songschreiberin Zeit, um ihre „Geschichten vom Ende der Welt“ zu schreiben, zu komponieren und zu proben. Ein popmusikalisches Experiment. Roh und so was von da.

Von Anfang an dabei im Rekorder Studio auf St. Pauli: Tom Gatza, Sparringspartner und Komplize, der an Piano, Keyboard und Gitarre feinsinnig strahlende Melodien einbringt. Produzent Gregor Hennig (Rhonda, die Sterne) kommt am dritten Tag hinzu, um die Lieder mit Effekten aufzuladen – erzeugt etwa durch die Harpiye, ein von Instrumentenbauer Frank Piesek gefertigter Klangerzeuger mit drei Harfensaiten als Basis. Im weiteren Verlauf komplettieren Schlagzeuger Max Schneider, Backgroundsängerin Hanna Jaeger sowie Doro Offermann und Tim Rodig an Saxofon und Klarinette die Band.

Roman Schaible (Fünf Sterne, Samy Deluxe) hat diesen höchst kreativen Film mit der Kamera begleitet und zu einer 14- minütigen Kurzdokumentation verdichtet. Zudem zeugt ein 46-seitiges Buch von Boutaris künstlerischem Abenteuer. Ein beglückender Besuch in der Herzkammer der Musik, der sämtliche Sinne herausfordert.

Die Songs

„Buddy“: Ein fiebriges, free-jazziges Stück. Und eine irrwitzige Spoken-Word-Performance, in der Puder uns mitten hinein führt in ein positiv flirrendes Straßenhappening, in ein optimistisches Endzeitspektakel. Niemand weiß, was los ist. Und alle machen mit. Auch das Publikum im Studio. Als ausrastende Menge. Ein Song, in dem die Luft brennt.

„Haus im Wald“: Ein dunkel schunkelnder Folk-Walzer, der die Versunkenheit eines Bon Iver mit der Tragik einer Billie Holiday verquickt. Sehnsüchte nach der einsamen Blockhütte im Wald verbinden sich mit Weissagungen Grimm'scher Märchen. Ein Gutenachtlied, das einen nicht schlafen lässt – mit betörend tiefem Gesang, changierend zwischen Englisch und Deutsch, und mit irritierenden Sounds, die auch schon einmal von einem Küchensieb stammen können.

„Still Be Here“: Von einem, der auszieht, die Welt zu entdecken. Und von dem anderen, der zuhause bleibt als Anker. Zwei Zustände. Staunen und Straucheln des Umtriebigen besingt Puder mit lebensprallem Druck. Und das daheimgebliebene Ich schickt voller Wärme die Botschaft hinaus: „I'll still be here“. Ein Liebeslied, das die Freiheit feiert.

„Big Man“: Der Bluesrocker der „Session Tapes 3“. Puder dreht das Volumen rau auf, um als wütende Rachegöttin die herrschsüchtigen Männer auf unserem Globus anzuprangern. Rock 'n' Roll kennt kein Pardon. Und die Sängerin nimmt kein Blatt vor den Mund. Sie singt: „Big liar, big face, big ass“. Eine satt groovende Abrechnung.

„Nackt“ (Single-Release: 1. März 2019 als Stream & Download): Dem aufgepeitschten Treiben unserer Tage setzt dieses Popchanson das universell Menschliche entgegen. „Und wenn wir lieben, sind wir nackt“, singt Puder. Sachte flüsternd beruhigt sie jene, die nur noch lautstark platte Parolen rufen können. Und wenn Drummer Max Schneider seinen Rhythmus mit einem Handfeger spielt, zeigt sich überdeutlich: Es muss nicht ständig knallen.

Die Künstlerin

„Ich baue Welten“, sagt Catharina Boutari über ihr vielfach beschäftigtes Dasein. Sie ist Songschreiberin, Sängerin, Gitarristin, und Opernregisseurin. Sie betreibt mit Pussy Empire Recordings ihr eigenes Plattenlabel und arbeitet als Moderatorin. Sie lädt Theaterinszenierungen mit Musik auf und schreibt für die Plattform Bonedo musikalische Fachartikel. Sie ist kritischer Geist, funkensprühendes Wesen und beherzte Macherin.

Diverse Identitäten mit selbstverständlichem Verve in sich zu vereinen, hat Catharina Boutari als Kind eines ägyptischen Vaters und einer deutschen Mutter gelernt. Ihre Poperweckung erlebte sie als typischer Außenseiterteenie im oberbergischen Gummersbach. Mitgeschleppt zur Probe einer Band versuchte sie sich als Sängerin, schrie all das jugendlich Verunsicherte hinaus und wusste seitdem: Das ist es.
 
Fortan bewegte sie sich stets in Bands. Sie schrieb Songs und Texte, verfeinerte Gesang, Gitarren- und Klavierspiel. Sie lernte die Musikbranche mit all ihren Chancen und Tücken kennen. Catharina Boutari machte deutschsprachigen Hardrock mit Babylon 27, Indiepop mit Uh Baby Uh und smarte Coverversionen mit The Stewardesses.

Wieder und wieder bereichert sie das popkulturelle Gefüge der Stadt mit ihren Ideen und Projekten. Mit den Fiesen Diven, einem Verbund von Popkünstlerinnen, veranstaltete sie eigensinnige Konzertereignisse inklusive Haareschneiden und Unterwäscheweitwurf. Und mit Pussy Empire Recordings nahm sie die Labelarbeit 2001 selbst in die Hand, um sich und andere eigenständig zu vermarkten.

Künstlerisch hat sich Catharina Boutari unter dem Namen Puder zunehmend zur Solokünstlerin entwickelt. Als Teamplayerin durch und durch befeuert sie ihren kreativen Prozess jedoch nach wie vor am liebsten, indem sie Gleichgesinnte um sich schart. „In mir steckt immer noch das Rockkind, das seine Wut ins Mikro brüllt. Ich fände es aber komisch, an dieser Stelle stehen zu bleiben. Ich werde immer softer, achte mehr auf Zwischentöne“, sagt Catharina Boutari. Mit der Reihe „Session Tapes“ eröffnet sie sich seit 2017 die Freiheit, verstärkt musikalisch ungewohntes Terrain zu erkunden. Sie bleibt wach. Und die Welt hört staunend zu.



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