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28.12.2017

Im nächsten Jahr wird alles anders – ein Hoch auf die Gewohnheit!

Gedanken zum Jahreswechsel

10,9,8,7,6... die Sekunden werden heruntergezählt, gleich beginnt das neue Jahr, das Jahr, in dem alles anders werden soll. Wir murmeln je nach Alkoholpegel mehr oder weniger deutlich unsere guten Vorsätze ins Sektglas, fest davon überzeugt, vieles verändern zu wollen.

5,4,3,2,1... DAS NEUE JAHR BEGINNT mit knallenden Korken, einem fulminanten Feuerwerk und strahlenden Gesichtern um uns herum. Der 01.01. hat begonnen und mit ihm tickt das Haltbarkeitsdatum unserer neuen Absichten, aber zuerst einmal wird weiter gefeiert.

Wir wünschen allen umstehenden Menschen ein glückliches neues Jahr, das sich jungfräulich rein und unbeschrieben vor uns ausbreitet. 365 Tage, die gelebt werden möchten, natürlich gesund, mit viel Wasser und frischer Luft statt Alkohol und Zigaretten, mit regelmäßigem Sport, einer Gewichtsveränderung, einer beruflichen Fortbildung, guten Büchern und mehr Zeit für die Familie. Wenn wir uns schon etwas vornehmen, dann richtig viel.

Darauf noch einen Sekt oder auch zwei, ein großes Stück vom Mitternachtssnack und bitte ein bisschen Schokolade. Das neue Jahr beginnt ja erst „morgen“.

The day after... wir wachen mit einem fetten Kater auf, blinzeln aus verquollenen Augenschlitzen, nur um den Weg in die Küche ohne größere Unfälle zu finden. Hier finden wir den Liter Wasser, der unseren Körper vor einer sicheren Austrocknung bewahrt und eine Kopfschmerztablette. In einem Zug schütten wir es herunter und können ganz zufrieden sein. Tag 1, Vorsatz 1 – mehr Wasser trinken - läuft recht gut.

Dennoch verbringen wir den Tag im Bett, wir fühlen uns elend, die körperliche Entgiftung ist in vollem Gange und wir erlauben uns das süße Nichtstun, bis wir so ungefähr gegen 17:00 Uhr langsam das Gefühl haben, wieder zu Kräften zu kommen.

Mit etwas (Un-)Glück erinnern wir uns jetzt an den ein oder anderen Vorsatz für das neue Jahr. Die Gedanken, noch etwas verlangsamt, bringen dennoch Stück für Stück die kalte Realität der komplizierten Umsetzbarkeit gnadenlos ans Licht.

Schlagartig wird uns klar: Wir haben uns viel vorgenommen... zu viel? Unsere Ziele sind schon extrem hochgesteckt, unklar formuliert und ohnehin im Alltag eigentlich nicht realisierbar.

Der ein oder andere gibt an diesem Punkt auf und legt sich mit seinem Rudel Schweinehunde aufs Sofa, bei Chips und Bier. Das Leben kann so schön sein.

Wer einige Tage oder gar Wochen durchhält und nach wie vor davon überzeugt ist, in den kommenden 20 Jahren keinen Alkohol mehr zu trinken und 15 Kilo in den nächsten 3 Wochen abzunehmen, wird spätestens bei den anstehenden Geburtstagsfeiern der guten Freunde im Januar und Februar einem Härtetest unterzogen.

Der Wille ist durch mannigfaltige Versuchungen bereits gebeugt. Er wird schwächer und schwächer und verliert schließlich seine leise Stimme an das bunte Buffet ungesunder Köstlichkeiten und den dazu passenden Rotwein.

Endlich ist das Leben wieder bequem. Kein Kampf mehr gegen die anstrengenden inneren Saboteure und die unzähligen Schweinehunde, die sich genüsslich in der Sahnetorte wälzen und nun glücklich ihre dicken Bäuche in die Sonne strecken.

Das Leben hat uns wieder. „Wo steht das Bier und hast Du mal Feuer?“

Kein Kampf, kein Krampf, kein unangenehmer Widerstand, kein Verzicht mehr. Es lebe die Gewohnheit. Hach, wie schön ist es, nachzugeben, das hat doch etwas sehr Befriedigendes. Leben wir endlich den Genuss. 

Wer seine guten Vorsätze mit in den Monat Februar genommen hat, ist weit gekommen und verdient Anerkennung. Die neuen Absichten werden dennoch mangels Motivation spätestens im März begraben.

Woran aber liegt es, dass wir jedes Jahr mit der Umsetzung unserer Vorsätze scheitern?
 
Lassen Sie mich mit einer kurzen Zen-Geschichte antworten, die ich hier gefunden habe:


„Ich möchte nächstes Jahr…“ – Ein Mönch beginnt, seine Vorsätze für das nächste Jahr aufzusagen.

„Warte noch und überlege weiter!“, unterbricht ihn da der Meister. „Wenn Du Dir ein Ziel vornimmst, das Deinem Innersten zu groß erscheint, dann wirst Du es – bewusst oder unbewusst – vermeiden und sicher nicht erreichen.“

„Wähle lieber eine Veränderung, die so klein ist, dass sie dir geradezu lächerlich klein erscheint. Und diese Veränderung setze um. Wähle danach den nächsten kleinen Schritt. So wird am Ende des Jahres aus vielen kleinen Schritten eine große Veränderung geworden sein.“

Ich wünsche Ihnen einen wunderbaren Start ins neue Jahr 2018 und liebevolle Unterstützung bei Ihren kleinen Schritten in die gewünschte Veränderung.
 
Zur Autorin
Dörte Kromer von Baerle
, geb. im April 1965, 2 erwachsene Kinder, arbeitet seit 2006 als Coach und Psychologische Beraterin für Einzelpersonen.

Ihre Schwerpunkte:
Beziehungen und ihre Verstrickungen jeglicher Art im zwischenmenschlichen Bereich:
o    Beziehung zu sich selbst,
o    Beziehungen in Freundschaften, im Bekanntenkreis, im Arbeitsalltag und in der Partnerschaft

Dörte Kromer von Baerle hat im Laufe der Jahre und aufgrund ihrer Erfahrungen mit zahlreichen Klienten ihre eigene Arbeitsweise entwickelt, die sich nicht nach starren Methoden richtet, sondern ganz individuell, intuitiv auf die persönlichen Bedürfnisse eines jeden Klienten abgestimmt ist.
Zitat: „Es ist mir ein großes Anliegen mit einer Mischung aus Knowhow und Leidenschaft, Menschen mit ihren Lebensgeschichten, mit ihren Träumen und ihrer Art zu denken, zu begegnen und unterstützend einen Teil ihres Weges mit ihnen gemeinsam zu gehen.“

Foto:Dörte von Kromer

www.beratung-kromer.de

 



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