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       26. Dezember 2013

Riester-Rente: beliebt, aber in der Kritik – zu Recht?

Warum Riester eine sinnvolle Form der privaten Altersvorsorge bleibt

Die Riester-Rente stand zuletzt in der öffentlichen Kritik: Ihr wurde angekreidet, sie sei zu wenig transparent und nicht profitabel genug. Auch die Höhe der Beiträge sehen einige Kritiker als zu große Belastung an. Dennoch ist das Riester-Sparen nach wie vor eine beliebte Vorsorgeform: Allein 15,6 Millionen Riesterverträge gibt es derzeit in Deutschland.

Ob ihre Besitzer aufgrund der aktuellen Kritik Grund zur Besorgnis haben und warum Riester weiterhin eine höchst sinnvolle Form der privaten Altersvorsorge bleibt, erklärt Tatjana Höchstödter, Vorsorgeexpertin von ERGO, im aktuellen Expertengespräch.

In jüngster Vergangenheit mehren sich kritische Stimmen zur Altersvorsorge mit Riester-Renten. Doch stimmt die Kritik? Lohnt sich das Riester-Sparen trotzdem? Und für wen ist es geeignet?

Tatjana Höchstödter:

Die Riester-Rente per se gibt es nicht. Wie bei jedem anderen Produkt finden sich auch hier vielfältige Angebote. Eine private Altersvorsorge mit einer guten Riester-Rente ist aber grundsätzlich sinnvoll. Denn die staatliche Förderung macht die Riester-Rente attraktiver als eine vergleichbare rein private Vorsorge: Der Staat schießt für jeden Riester-Sparer pro Jahr 154 Euro Grundzulage zu. Und für jedes Kind gibt es eine jährliche Kinderzulage von 185 Euro, bei nach 2007 geborenen Kindern sogar von 300 Euro. Das macht die Riester-Rente gerade für Bezieher schmaler Einkommen interessant: Sie kommen bereits ab 60 Euro eigener Sparleistung pro Jahr in den Genuss der vollen staatlichen Zulagen. Je nach Höhe des erzielten Einkommens und der gezahlten Beiträge können Arbeitnehmer mit der Riester-Rente zudem auch noch Steuern sparen. Denn die Beiträge dürfen bei der Steuererklärung als Sonderausgaben geltend gemacht werden – und zwar bis zu einer Höhe von 2.160 Euro jährlich.

Viele Verbraucher befürchten, dass sie mit einem Riester-Vertrag nicht nur wenig Rendite bekommen, sondern unter Umständen sogar ein Verlustgeschäft machen; zum Beispiel, wenn sie einen Riester-Fondssparplan besitzen und es zu Kursschwankungen an der Börse kommt. Ist an dieser Befürchtung etwas dran?

Tatjana Höchstödter:

Nein, absolut nicht. Vor Verlusten müssen sich Sparer bei einem Riester-Vertrag nicht fürchten. Denn zertifizierte Riester-Anbieter sind gesetzlich verpflichtet, zu garantieren, dass bei Beginn der Rente mindestens die Einzahlungen vorhanden sind. Das bedeutet konkret: Sparern stehen zu Beginn der Rentenphase als Minimum immer die gesamten Beiträge plus die Zulagen zur Verfügung. Das gilt natürlich auch für die Anbieter von Riester-Fondssparplänen.

Im Juli 2013 ist das sogenannte Altersvorsorgeverbesserungsgesetz in Kraft getreten – als Reaktion auf die öffentliche Kritik am Vorsorgekonzept Riester. Was hat es damit eigentlich auf sich und welche Folgen hat das Gesetz ganz konkret für Riester-Sparer?

Tatjana Höchstödter:

Tatsächlich ist das Altersvorsorgeverbesserungsgesetz eine Reaktion des Gesetzgebers auf die in der Öffentlichkeit diskutierten Kritikpunkte, wie mangelnde Transparenz oder Schwierigkeiten beim Anbieterwechsel. Für Riester-Sparer ergeben sich aus dem Gesetz mehrere Verbesserungen: Neue, überarbeitete Produktinformationsblätter sollen künftig für mehr Transparenz sorgen. Mit deren Hilfe sollen Verbraucher die einzelnen Angebote besser untereinander vergleichen können. Außerdem sind Riester-Anbieter künftig verpflichtet, Verbrauchern Informationen darüber zu liefern, wie sich der Wert der angesparten Zulagen und Beiträge in den kommenden Jahren voraussichtlich entwickeln wird. Auch den Anbieterwechsel hat das Gesetz jetzt vereinfacht: Die Wechselkosten dürfen nicht mehr als 150 Euro betragen. Beim Wohnriester gibt es ebenfalls Veränderungen: Sparer können nun jederzeit und unbegrenzt Kapital aus dem geförderten Altersvorsorgevermögen entnehmen, wenn sie es für selbstgenutztes Wohneigentum verwenden wollen – zum Beispiel, um eine selbstbewohnte Immobilie zu finanzieren oder altersgerecht umzubauen.

Die ERGO Expertin
Tatjana Höchstödter (Jahrgang 1973) hat nach ihrer Ausbildung zur Versicherungskauffrau Betriebswirtschaftslehre studiert und anschließend zwei Jahre in einer Unternehmensberatung gearbeitet. Im Jahr 2000 wechselte sie zur Victoria Lebensversicherung. Seit 2008 ist sie als Leiterin Produktmanagement private Altersvorsorge für die ERGO Lebensversicherung tätig. Zu ihren liebsten Freizeitbeschäftigungen gehören Tauchen und Skifahren.



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