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18.05.2016

Schockbilder auf Zigarettenpackungen: „Fotos sind deutlich effektiver als die Schrift“

Verklebte Lungen, Zahnstummel oder Raucherbeine – Fotos davon sollen schockieren und vor allem eins: vom Rauchen abhalten. Ab Ende Mai müssen in Deutschland Warnbilder und -hinweise zwei Drittel der Zigarettenpackungen bedecken, so das Gesetz zur Umsetzung der EU-Tabakrichtlinie. Doch schreckt das wirklich ab? Wir fragen Gesundheitswissenschaftlerin Prof. Dr. Friederike Störkel von der FH Münster.

Frau Prof. Störkel, wirken die Schockfotos tatsächlich?

Ja, das tun sie, und deshalb werden sie auch von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) gefordert. Es gibt Studien, die eine Wirksamkeit warnender Bilder belegen. Gezeigt wurde, dass Raucher beim Anblick der Bilder häufiger damit aufhören, als durch das bloße Lesen der Warnhinweise. Fotos sind deutlich effektiver als die Schrift. Erwiesen ist auch, dass die Bilder besser funktionieren als zum Beispiel die alleinige Erhöhung der Tabaksteuer. Dann werden die Zigaretten zwar teurer. Nach einer Weile gewöhnt man sich aber dran und raucht weiter. Interessant ist auch, dass die Fotos sowohl Langzeitraucher, als auch jene, die gerade erst angefangen haben, erreichen. Es braucht aber mehr als Schockbilder, um Menschen wirklich vom Rauchen abzuhalten. Denn die Bilder sind zwar als Antiwerbung zu verstehen, und sie irritieren. Aber sie sind kein Allheilmittel: Letztendlich ist ein Konzept mit vielen verschiedenen Punkten notwendig.

Wie könnte dieses Konzept aussehen?

Wichtig ist das Zusammenspiel von Wissen, das ist ja auch die Idee hinter den Schockbildern, gesetzlichen Rahmenbedingungen und deren konsequenter Umsetzung und natürlich auch der Stärkung der eigenen Lebenskompetenz. Ein ganz zentraler Ansatz ist dabei die Verhältnis- und Verhaltensprävention. Verhältnisprävention ist das, was demnächst passiert: Raucher werden mit Schockbildern auf ihren Zigarettenpackungen konfrontiert. Das allein reicht aber nicht aus. Denn damit wird zwar eine Grundlage geschaffen, um den Entschluss zur Aufgabe des Rauchens zu fassen. Doch das gewohnte Verhalten muss geändert und das neue Verhalten aufrecht erhalten werden, und das ist der weitaus schwierigere Teil. Hierbei sind Gruppenaktivitäten und Beratungsangebote ein wichtiges Instrument. Die Menschen sollten auf ihrem Weg zum Nichtrauchenden unterstützt werden. Darüber hinaus ist es wichtig, schon viel früher anzusetzen, um gar nicht erst mit dem Rauchen anzufangen. Es ist also zentral, junge Menschen zu selbstbewussten Persönlichkeiten zu erziehen, damit sie nicht nachgeben, wenn im Freundeskreis plötzlich zu Zigaretten gegriffen wird. Wer die entsprechenden Kompetenzen entwickelt hat, kann wiederstehen.

Angenommen, die Bilder schockieren jemanden so sehr, dass er oder sie auf der Stelle aufhören möchte mit dem Rauchen. Was wären die ersten Schritte?


Wer erst einmal den Entschluss gefasst hat, hat den wichtigsten Grundstein schon gelegt. Ein genaues Datum festlegen, Rauchwaren entsorgen. Freunde, Bekannte und die Familie darüber in Kenntnis setzen und um Unterstützung bitten. Und dann muss man einen Plan machen. Was ist ein realistisches Ziel? Wie motiviere ich mich, es zu erreichen? Was passiert, wenn das trotz aller guten Absichten nicht gelingt? Und wie kann ich dann wieder einsteigen, um doch noch zum Nichtraucher zu werden? Informationen dazu gibt es zum Beispiel bei der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, bei verschiedenen kommunalen Beratungsstellen, aber auch bei Hausärzten. Beratung ist auch deshalb wichtig, weil Tabakkonsum / Nikotin in den Zellstoffwechsel eingreift. Denn wenn jemand regelmäßig über Jahre raucht, hat eine Gewöhnung eingesetzt. Bei Beendigung des Rauchens kommt es zu Entzugserscheinungen und Anpassungsvorgängen im Körper. So muss sich der Nichtraucher erst einmal neu dran gewöhnen, das bisherige Gewicht zu halten. Das funktioniert aber sehr gut durch Sport und gesunde Ernährung – auf jeden Fall ist eine potenzielle Gewichtszunahme kein Grund, um weiterhin zu rauchen.

Prof. Dr. Friederike Störkel bestätigt, dass eine Wirksamkeit der Schockfotos auf Zigarettenpackungen existiert. (Foto: FH Münster/Wilfried Gerharz)

Fachhochschule Münster
Hüfferstraße 27
48149 Münster
www.fh-muenster.de



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