Neu auf geniesserinnen.de:


 
 

             Webseite durchsuchen

             

 
 
 

 
 
Sie sind hier: Home » Schlau » Wissenswertes am 25.04.2017



 

       7. Februar 2015

Verlobt, verheiratet, versteuert – Der Valentinstag im Steuerrecht

Der 14. Februar – der Tag der Liebe. Der Bund der Steuerzahler (BdSt) nimmt dies zum Anlass für ein Valentinstag-Spezial und klärt Fragen rund um einen Heiratsantrag. Schon mit dem Heiratsversprechen, also der Verlobung, treten wichtige Rechtsfolgen ein. Welche Sonderregelungen gelten eigentlich für Eheleute und eingetragene Lebenspartner im Steuerrecht? Der BdSt klärt auf.

Verlobt
Wer den diesjährigen Valentinstag zu einem Heiratsantrag nutzen möchte, sollte wissen, dass schon mit dem Heiratsversprechen – also der Verlobung – wichtige Rechtsfolgen eintreten. Ein so genanntes Verlöbnis ist ein Vertrag, in dem die Verlobten sich verpflichten, später eine
gemeinsame Ehe einzugehen. Diese gegenseitige Verpflichtung ist allerdings nicht einklagbar. Um einen Vertrag wirksam schließen zu können, müssen die Verlobungswilligen geschäftsfähig sein. Wer etwa stark betrunken ist, also unter einer „vorübergehenden Störung der Geistestätigkeit“ leidet, kann sich nicht wirksam verloben.

Verträge zwischen Verlobten

Bei Verträgen zwischen so genannten nahen Angehörigen schaut das Finanzamt oft ganz genau hin. Zu den nahen Angehörigen gehören neben Ehegatten und eingetragenen Lebenspartnern auch Verlobte. Damit die geschlossenen Verträge vom Finanzamt anerkannt werden, müssen sie wirksam geschlossen und dem unter Fremden Üblichen entsprechen. Das heißt: Die Vereinbarungen müssen dem entsprechen, was üblicherweise auch mit einem anderen Vertragspartner vereinbart wird. Verlobte sollten also vorsichtig sein, wenn sie mit dem Partner ein Arbeitsverhältnis eingehen, einen Mietvertrag aufsetzen oder ihm ein Darlehen gewähren.

Probezeit für die Liebe – Verlobungsgeschenke
Verlobungsgeschenke gelten in der Regel als Schenkung mit aufschiebender Bedingung. Somit wird die Schenkung erst wirksam, wenn die Ehe geschlossen wird. Folglich greift bei großzügigen Verlobungsgeschenken die Steuerpflicht erst nach der Eheschließung, und Verlobungsgeschenke mit einem Wert von bis zu 500.000 Euro bleiben steuerfrei. Sollten es sich die beiden Partner anders überlegen und ihre Verlobung auflösen, gilt dieser Freibetrag nicht. Der BdSt macht darauf aufmerksam, dass in diesem Fall lediglich ein Freibetrag von 20.000 Euro gilt. Vorweg ausgehändigte Geschenke müssen dann entweder zurückgegeben oder die Schenkung versteuert werden. Der über den Freibetrag hinausgehende steuerpflichtige Erwerb wird mit einem Mindeststeuersatz von 30 Prozent bemessen. Bei kostspieligen Geschenken sollten Verlobte an die geltenden Freibeträge im Schenkungsteuerrecht denken, um Steuernachzahlungen zu vermeiden.

Das Recht, die Aussage zu verweigern
Haben zwei Personen versprochen, einander zu heiraten, werden sie als Verlobte bezeichnet. Verlobte gelten vor dem Gesetz als Angehörige und haben im Steuerrecht ein Auskunfts- und Eidesverweigerungsrecht. Daher ist es möglich, im Besteuerungs- und Ermittlungsverfahren sowie bei Betriebsprüfungen, die den Partner betreffen, die Aussage zu verweigern.

Verheiratet
Für Eheleute und eingetragene Lebenspartner gelten im Steuerrecht bestimmte Sonderregelungen. Begründet ist diese Sonderstellung darin, dass die Ehe und eingetragene Lebenspartnerschaft eine gleichberechtigte Erwerbs- und Verbrauchsgemeinschaft sind, in der die Partner gemeinsam zum Haushaltseinkommen beitragen.

Einzeln oder zusammen
In Deutschland haben Ehepaare die Wahl, ob sie ihr Einkommen individuell oder gemeinsam versteuern. Erzielen die Eheleute unterschiedlich hohe zu versteuernde Einkommen, ist in der Regel die Zusammenveranlagung mit dem Splitting-Verfahren die für sie beste Variante. Das Splitting trägt der Tatsache Rechnung, dass verheiratete Paare über das gleiche Haushaltseinkommen verfügen und damit auch gleich viel Einkommensteuer zahlen – unabhängig davon, wie viel jeder Partner zum Einkommen beiträgt. Entscheiden sich die Partner dafür, zusammen veranlagt zu werden, kann das Finanzamt dann auch beide in die Pflicht nehmen, die Einkommensteuer zu zahlen. Technisch geht dies so: Das zu versteuernde Einkommen der beiden Partner wird zusammengerechnet. Der Steuertarif wird dann auf die Hälfte des zusammengerechneten Betrags angewendet. Das Ergebnis dieser Berechnung wird dann verdoppelt und ergibt die gemeinsame tarifliche Einkommensteuer für die Ehegatten.

Beispiel: Partner A hat im Jahr 2014 ein zu versteuerndes Einkommen von 40.000 Euro. Er ist verheiratet und seine Frau hat ein eigenes Einkommen in Höhe von 20.000 Euro. Würden sich die beiden einzeln veranlagen lassen, müssten sie für das Jahr 2014 rund 12.210 Euro an
Einkommensteuer und Solidaritätszuschlag zahlen. Wählen die beiden dagegen die Zusammenveranlagung, zahlen sie rund 11.727 Euro

Inwieweit die Zusammenveranlagung sinnvoll ist, hängt von den Umständen des Einzelfalls ab. Ehepartner und Lebenspartner sollten genau durchrechnen, welche Variante für sie die günstigste ist. Bei der Berechnung der Einkommensteuer hilft der Lohn- und Einkommensteuerrechner, den das Bundesfinanzministerium auf seiner Internetseite www.bundesfinanzministerium.de zur Verfügung stellt.

Der Hochzeitstermin
Sollten sich Paare für die Heirat entscheiden, muss ein Hochzeitstermin festgesetzt werden. Auf die steuerrechtliche Situation des Ehepaars hat die kirchliche Heirat allein noch keine Auswirkungen. Erst wenn eine standesamtliche Trauung vollzogen wird, kann das Ehepaar die meist vorteilhaften steuerrechtlichen Sonderregelungen in Anspruch nehmen.

Der BdSt weist darauf hin, dass Verlobte vom Splittingtarif noch nicht profitieren können. Doch selbst, wenn erst am 31. Dezember eines Jahres geheiratet wird, gilt der Splittingtarif für das ganze Jahr und damit zumindest auch für einen Teil des Verlobungszeitraums.

Wahl der Steuerklasse
Um die genaue Steuerschuld der Ehegatten festzustellen, muss in der Regel bis zum 31. Mai des Folgejahres eine Einkommensteuererklärung abgegeben werden. Da jedoch der Fiskus nicht so lange auf die Lohnsteuern warten möchte, muss der Arbeitgeber jeden Monat Steuern vom Gehalt einbehalten. Dabei kann der Arbeitgeber nur den Arbeitslohn desjenigen Partners berücksichtigen, der bei ihm angestellt ist. Um auch die Verhältnisse des anderen Partners ausreichend zu würdigen, gibt es die Lohnsteuerklassen. Bei der Wahl dieser Lohnsteuerklassen ergibt sich für Eheleute ein Gestaltungsspielraum.

Die Ehe- und eingetragenen Lebenspartner haben die Wahl zwischen den Steuerklassen- Kombinationen III/V oder IV/IV und IV/IV mit Faktor. Bei der Steuerklassen-Kombination IV/IV können Nachzahlungen vermieden werden, wenn beide Ehegatten/Lebenspartner in etwa gleich viel verdienen. Bei der Steuerklassen-Kombination III/V wird davon ausgegangen, dass der Partner mit der Steuerklasse III 60 Prozent und derjenige Partner mit der Steuerklasse V 40 Prozent des gemeinsamen Arbeitseinkommens erzielt. Entsprechen die Einnahmen nicht diesem Verhältnis, so kann es zu Steuernachzahlungen kommen. Bei der Wahl des Steuerklassen-Kombination IV/IV mit Faktor wird die einzubehaltende Lohnsteuer mittels eines Faktors ermittelt.

Der Faktor ist ein Multiplikator, der sich bei unterschiedlich hohen Arbeitslöhnen der Ehegatten/Lebenspartner aus der Wirkung des Splittingverfahrens in der Veranlagung errechnet. Damit wird die genaue voraussichtliche Jahressteuerschuld der Ehegatten bereits beim Lohnabzug berücksichtigt. Das Verfahren ist sinnvoll, wenn die Einkommensverhältnisse der Ehepartner im Laufe des Jahres relativ stabil bleiben. Ein Merkblatt zur Wahl der Lohnsteuerklassen bietet das Bundesfinanzministerium auf seiner Internetseite unter www.bundesfinanzministerium.de (Suchbegriff „Merkblatt zur Steuerklassenwahl“).

Bei der Wahl der Steuerklasse sollte auch bedacht werden, dass Lohnersatzansprüche wie Arbeitslosengeld, Eltern- oder Krankengeld vom zuletzt bezogenen Nettoarbeitslohn abhängen können. Der BdSt weist darauf hin, dass sich durch eine bestimmte Steuerklassen-Kombination eine Pflicht zur Abgabe der Steuererklärung ergeben kann. Beziehen zum Beispiel beide Partner Arbeitslohn, und wird ein Partner nach der Steuerklasse V besteuert, besteht die Pflicht zur Abgabe einer Steuererklärung. Gleiches gilt, wenn die Ehepartner die Lohnsteuerklasse IV mit Faktor gewählt haben.

Auf die tatsächlich zu zahlende Jahressteuer hat die Wahl der Steuerklassen keinen Einfluss. Bei einer klugen Entscheidung kann für die Partner im Monat aber ein höheres Nettogehalt herausspringen.

Werbungskosten

Die Arbeitnehmerpauschale gilt für jeden Ehegatten, der im Erwerbsleben steht, getrennt. Jedem Ehegatten steht also die Pauschale von 1.000 Euro zu, selbst wenn seine tatsächlichen Kosten geringer sein sollten. Werden also die Ehegatten zusammen veranlagt, und der eine Ehegatte hat Werbungskosten in Höhe von 900 Euro und der andere Partner Werbungskosten von 1.200 Euro (hier ist ein Einzelnachweis erforderlich), können insgesamt Werbungskosten von 2.200 Euro berücksichtigt werden. Dem Ehegatten mit den niedrigeren Werbungskosten als der Arbeitnehmerpauschale stehen dennoch 1.000 Euro als Werbungskosten zu. Der BdSt rät, die Werbungskosten-Pauschale optimal zu nutzen.

Familienheimfahrt – Besuch des Ehepartners von der Steuer absetzen

Steuerzahler mit einer zweiten Unterkunft am Arbeitsort können die wöchentliche Familienheimfahrt in der Einkommensteuererklärung absetzen. Der BdSt macht darauf aufmerksam, dass das Gleiche auch für den umgekehrten Fall gelten kann. Dies bestätigte das Finanzgericht Münster.

Voraussetzung: Der Partner konnte aus beruflichen Gründen nicht nach Hause fahren. Im Fall war der Ehemann als Monteur auf wechselnden Baustellen tätig. Aus betrieblichen Gründen konnte er nicht zu seiner Familie fahren. Daher besuchte ihn seine Ehefrau. Die Fahrtkosten für den Besuch der Ehefrau können als Werbungskosten abgesetzt werden. Wichtig: Die Steuerzahler müssen nachweisen können, dass der Partner aus beruflichen Gründen nicht nach Hause fahren konnte. Zum Nachweis kann z. B. eine Bescheinigung des Arbeitgebers vorgelegt werden. Die Frage muss abschließend vom obersten deutschen Steuergericht, dem Bundesfinanzhof, entschieden werden. Sollte das Finanzamt die Kosten für die umgekehrte Familienheimfahrt daher nicht anerkennen, können Betroffene sich in ihrem Einspruch auf das Verfahren mit dem Aktenzeichen VI R 22/14 beziehen.

Scheidungskosten
Die Scheidung kann nur von einem Richter ausgesprochen werden. Oft ist ein solches Scheidungsverfahren teuer. Bisheriges Trostpflaster: Die Kosten konnten steuerlich geltend gemacht werden. Seit dem Jahr 2013 steht der Abzug der Scheidungskosten nun in Frage, denn aufgrund einer Gesetzesänderung verweigert die Finanzverwaltung die steuerliche Anerkennung der Scheidungskosten.

Steuerzahler sollten dies nicht hinnehmen. Zwar wird auch in der Anleitung zur Einkommensteuererklärung 2014 der Hinweis gegeben, dass Scheidungskosten und Kosten für die Aufhebung der eingetragenen Lebenspartnerschaft nicht mehr abzugsfähig sind. Die Finanzbeamten werden daher ab der Steuererklärung für das Jahr 2013 diese Kosten nicht mehr berücksichtigen. Erkennt das Finanzamt die Kosten nicht an, kann Einspruch eingelegt werden, so der BdSt. Betroffene können sich auf ein anhängiges Verfahren vor dem Bundesfinanzhof mit dem Aktenzeichen VI R 66/14 berufen und Einspruch gegen den Steuerbescheid vom Finanzamt einlegen.

Das ganze Valentinstag-Spezial

Ausführlichere Informationen darüber, welche Sonderregeln für Verlobte und Verheiratete noch gelten, beinhaltet das Valentinstag-Spezial, das der BdSt am 14. Februar veröffentlicht.

Foto: JMG@Pixelio.de



Drucken  |  Lesezeichen  |  Feedback  |  Newsletter  |  Nach oben


 
 

 

 
 
genussmaenner.de
carmour
europressmed
Frauenfinanzseite
gentleman today
instock.de - der börsendienst
Unter der Lupe
marketingmensch
   
Wir  |
Kontakt  |
Mediadaten  |
Sitemap  |
RSS-Feed  |
Suchen  |
Newsletter  |
Nutzungsbedingungen  |
Impressum  |
 
Copyright 2016 - geniesserinnen.de