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27.01.2023

Aufsehen erregender Scherz von Aktivistinnen gegen adidas

Clean Clothes Campaign - Kampagne für Saubere Kleidung

Am Fashion-Week Montag,16.01.2023, haben Aktivistinnen von The Yes Men in Zusammenarbeit mit der Clean Clothes Campaign in einem öffentlichkeitswirksamen Scherz die Scheinheiligkeit von adidas in Bezug auf die Rechte der Bekleidungsarbeiterinnen aufgezeigt. Geniesserinnen.de-Fotograf Günther Dorn war vor Ort in der Platte Berlin dabei und die Aktion begann mit der erstaunlichen Ankündigung von 'adidas':

 

Der angeblich neuer Co-CEO von adidas, Frau Vay Ya Nak Phoan (rechts) und der angebliche adidas-Manager Mike Bonanno von The Yes Men (links)
Bild: Günther Dorn / geniesserinnnen.de

 

Arbeitsrechte sollen Priorität bekommen und ab jetzt geschützt werden. Angekündigt wurde auch die Absicht zur Ernennung einer ehemaligen Bekleidungsarbeiterin und Gewerkschaftsführerin aus Kambodscha, 'Vay Ya Nak Phoan' ('Bekleidungsarbeiter' auf Khmer) zur Co-CEO neben Bjørn Gulden, der seit dem 1. Januar die Leitung des Unternehmens übernahm. 'Phoan' soll dabei vor allem die ethische Verantwortung von adidas im Blick behalten. Ihr erster Schritt im Amt war die Unterzeichnung der Vereinbarung 'Pay Your Workers', ein von Gewerkschaften und Arbeitsrechtsorganisationen entwickelter Vorschlag zu Löhnen, Abfindungen und Vereinigungsfreiheit.

 

'Own the Reality' statt 'Own the Game'

Am Montag wurde eine Pressemitteilung von der Domain adidas-group.com.de verschickt, in der das adidas-Motto 'Own the Game' durch 'Own the Reality' ersetzt wurde. Sie enthielt Links zu einem Foto von Gulden und 'Phoan', die scheinbar die Vereinbarung 'Pay Your Workers' unterzeichnen und sich verpflichten, die systemischen Probleme des Lohn- und Abfindungsdiebstahls und der Zerschlagung von Gewerkschaften anzugehen.

Nach den Berichten über den Streich am Montag besuchten zahlreiche Modebegeisterte eine schockierende 'adidas'-Modenschau im Rahmen der Berliner Modewoche. Die Einführung der neuen Bekleidungslinie suffering-forward Realitywear sollte die Notlage der adidas-Arbeiter*innen in den Produktionsländern widerspiegeln. Jedes Kleidungsstück wurde angeblich sechs Monate lang von kambodschanischen Textilarbeiter*innen getragen, um einen wahrhaft verzweifelten Look zu erzielen.

Während die Ankündigung eines neuen Co-CEO darauf abzielte, eine alternative Realität zu präsentieren, in der adidas bereit ist, sich für seine Arbeiterinnen einzusetzen, verdeutlichte die offensiv-geschmacklose Modenschau die brutale Realität, in der aktuell im Streben nach Profit die Rechte der Beschäftigten verletzt werden.

 

Alternative Zukunft der Unternehmensführung

Der anschauliche Schwindel von The Yes Men zeigt eine alternative Zukunft der Unternehmensführung, die dem Schutz von Rechten Priorität einräumt. Gleichzeitig prangert er die Heuchelei von adidas an, einer Marke, die sich selbst als Investor in die Stärkung der Rolle der Frau darstellt, während sie mit der anhaltenden Ausbeutung von Bekleidungsarbeiterinnen - überwiegend in Produktionsländern ohne angemessene soziale Sicherungssysteme - Milliardengewinne erzielt. Die Aktion verdeutlicht die Macht, die adidas über die Bedingungen in seiner Beschaffungskette hat.

 



Einer der 26 Arbeiterinnen in Myanmar, die wegen ihres Streiks in der Pou-Chen-Fabrik entlassen wurden, (er*sie wollte anonym bleiben) sagte: "adidas ist weltberühmt und sollte nicht ignorieren, was mit den Arbeiterinnen geschieht, die adidas- Schuhe herstellen. Können sie Pou Chen nicht zur Rechenschaft ziehen für unsere verlorenen Arbeitsplätze und das, was uns passierte?"

 



"Die Nachricht über ihr neues Programm ist gefälscht, aber das Leiden der adidas-Arbeiterinnen ist unbestreitbar real", argumentiert Mike Bonanno von The Yes Men, die mit Textilarbeiterinnen und Aktivistinnen an dem Streich gearbeitet haben. "adidas kann das Problem beheben, indem es die entsprechende Vereinbarung unterschreibt und seinen Arbeiterinnen zahlt, was ihnen zusteht".

 



"Deshalb fordern wir Bjørn Gulden auf, die dringend notwendigen Schritte zu unternehmen und das Pay Your Workers-Abkommen zu unterzeichnen. Worte sind nicht genug, die Arbeiterinnen und Arbeiter brauchen jetzt echte Taten, sie haben schon zu lange gewartet."

Ein guter Teil der Besucher fiel auf die Aktion herein und auch so manche Nachrichtenseite hatte ihren Artikel schon online - löschte ihn dann aber schnell wieder. Auch geniesserinnen.de-Fotograf Günther Dorn kam mit "spannenden Bildern" zurück in die Redaktion. Erst bei der Recherche vor der Veröffentlichung der Bilder über die Neuigkeit von adidas fiel auf, dass da etwas nicht stimmen konnte.

Mehr auf der Kampagnen-Webseite

 

Fotos: Günther Dorn / geniesserinnen.de



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