06.03.2026

Reise-Branche behauptet sich in unsicheren Zeiten

Rückblick auf die ITB Berlin 2026

Zum 60-jährigen Jubiläum brachte die weltweit führende B2B-Tourismusmesse mit  rund 97.000 Teilnehmer/innen weiterhin eine leicht rückläufige Anzahl Besucher nach Berlin. Ausfälle gab es auch wegen der angespannten Lage im Nahen Osten – die teils zu eingeschränkten Flugverbindungen führte. Die weltweitführende Tourismusmesse betonte einmal mehr, wie wichtig Vertrauen, internationale Kooperation und persönliche Begegnungen in der Branche sind. Und auch für die Menschen. Was uns fehlte: Noch zeigt die ITB kein hoffnungsvolles Zukunftskonzept, wie eine ITB in zehn Jahren aussehen kann und wird.

Insgesamt präsentierten sich auf der ITB Berlin 5.601 Aussteller (2025: 5800) aus 166 Ländern. An den drei Fachbesuchertagen nutzten rund 97.000 Teilnehmende (2025: rund 100.000) aus aller Welt die Messe, um intensive Gespräche zu führen, Netzwerke zu pflegen und Geschäftsbeziehungen voranzubringen. Trotz der teilweise eingeschränkten Flugverbindungen infolge des Nahost-Konflikts, lagen die Besucherzahlen fast auf Vorjahresniveau. Dies unterstreicht die hohe Relevanz der ITB Berlin als internationale Leitmesse gerade in herausfordernden Zeiten.

 

Unglücklich: Begin des Nahostkrieges zum Messestart

Unglücklich für die ITB 2026 waren die beinahe zeitgleich startenden kriegerischen Auseinandersetzungen im Nahen Osten. Israel bliebt deswegen der Messe ganz fern - nur ein verweister Stand zeugte vom geplanten Messe-Engagement. Zahlreiche arabische Aussteller konnten ihre Standbesatzungen nicht nach Berlin bekommen, weil sie auf den gesperrten Flughäfen in Doha oder Dubai festsaßen. Auf der Veranstaltung von Nepal fehlte z.B. der Tourismusminister, weil er nur bis Singapur kam. Das hatte sich die Messe natürlich anders gewünscht.

 

 

Zugleich zeigt es, wie wertvoll persönlicher Kontakt, direkte Gespräche und der unmittelbare Austausch für die Branche sind – insbesondere dann, wenn Orientierung, Vertrauen und Partnerschaften wichtiger sind denn je. Die hohe Qualität der Meetings sowie die ausgeprägte Wiederbesuchsabsicht von rund 90 Prozent der Besucher unterstreichen die anhaltende internationale Strahlkraft der Weltleitmesse des Tourismus im Jubiläumsjahr.

Ein zentrales Merkmal der ITB Berlin ist ihre direkte wirtschaftliche Relevanz: Im Rahmen der Messe wurden Geschäftsabschlüsse und Einkaufsentscheidungen im Volumen von 47 Milliarden Euro getätigt. Dieser Wert bezieht sich ausschließlich auf Geschäfte, die direkt im Zusammenhang mit der Teilnahme an der ITB Berlin zustande kamen, und unterstreicht die Bedeutung der Messe als verlässliche Plattform für relevante Marktentscheidungen und erfolgreiches Geschäft.

„Auch in ihrem Jubiläumsjahr brachte die ITB Berlin Märkte zusammen, ermöglichte Gespräche über gemeinsame Perspektiven und zeigte gerade in Zeiten geopolitischer Spannungen – insbesondere im Nahen Osten – ihre Bedeutung für internationalen Austausch und Zusammenarbeit. Als Spiegel der Branche bot sie einen verlässlichen Rahmen, in dem Kontakte geknüpft, Ideen ausgetauscht und Geschäfte angestoßen werden konnten“, erklärt Dr. Mario Tobias, Vorsitzender der Geschäftsführung der Messe Berlin.

Der ITB Berlin Kongress unterstrich auch 2026 mit über 24.000 Besucherinnen und Besuchern aus aller Welt seinen Anspruch als führendes internationales Diskussions- und Wissensforum der Branche. Alle Sessions des ITB Berlin Kongresses 2026 sind auf dem ITB Berlin YouTube- Kanal als Video on Demand verfügbar. Key Takeaways des ITB Berlin Kongresses 2026

 

ITB Berlin und Green Destinations starten Zusammenarbeit

Die Messe Berlin und die Green Destinations - Good Travel Community haben auf der ITB Berlin eine strategische Kooperation vereinbart, um Nachhaltigkeit, verantwortungsvollen Tourismus und langfristige Destinationsentwicklung zu stärken. Operativ wird die Zusammenarbeit vom Good Travel Institute geleitet, das Destinationen weltweit beratend unterstützt. Ziel ist es, Nachhaltigkeitsprinzipien stärker in ITB Berlin- Programme und Gastland-Initiativen einzubinden, Wissen zu teilen und Destinationen bei der Umsetzung glaubwürdiger, marktrelevanter Strategien zu unterstützen. Die Kooperation ist strategisch und beratend angelegt, nicht exklusiv und schließt keine Zertifizierungen ein. Leadership Exchange: Strategische Weichen für die nächsten 20 Jahre

Beim Leadership Exchange von Phocuswright und ITB Berlin diskutierten internationale Branchenführer zentrale Zukunftsfragen der globalen Reiseindustrie. In einem geschlossenen, interaktiven Format standen nicht kurzfristige Trends, sondern langfristige strategische Weichenstellungen im Fokus: Wer besitzt Vertrauen in 2046? Wo entsteht Wert in einer KI-geprägten Branche? Ist Reisen ein Recht oder ein Privileg? Konsolidiert oder fragmentiert sich die Branche? In Arbeitsgruppen beleuchteten die Teilnehmer Chancen, Risiken, unbequeme Wahrheiten und Prioritäten für die kommenden drei Jahre. Das Event knüpfte an den Global Travel Tech Thinktank in Singapur an und bot einen geschützten Raum für strategisches Denken, um eine innovative, resiliente und verantwortungsvolle Reiseindustrie für die nächsten zwei Jahrzehnte zu gestalten. Eine kuratierte Ergebniszusammenfassung erscheint Ende März.

 

Angola als Gastland der ITB Berlin 2026: Vielfalt, Kultur und nachhaltiger Tourismus im Fokus

Unter dem Motto „The Rhythm of Life“ zeigte Angola eindrucksvoll, was das Land im Südwesten Afrikas zu bieten hat: beeindruckende Landschaften – von den Kalandula-Wasserfällen bis zur Atlantikküste – und eine reiche Kultur mit Musik, Tanz und Traditionen. Als offizielles Gastland brachte Angola neue Impulse für den afrikanischen Tourismus und zog die Aufmerksamkeit der internationalen Reisewirtschaft auf sich. Mit einem abwechslungsreichen Programm verdeutlichte das Land nicht nur sein touristisches Potenzial, sondern setzte auch ein klares Zeichen für nachhaltige Entwicklung, die Stärkung lokaler Gemeinschaften und internationale Vernetzung. Damit präsentierte sich Angola als authentisches Reiseziel für Entdecker, Natur- und Kulturliebhaber.

Neben ihrer wirtschaftlichen Funktion war die ITB Berlin 2026 erneut ein bedeutendes politisches und mediales Forum. Insgesamt 110 hochrangige Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, internationalen Organisationen und Institutionen sowie rund 3.000 nationale und internationale Medien und Blogger nutzten die Messe, um aktuelle Entwicklungen einzuordnen. Im Fokus standen die Diskussion der Rolle des Tourismus in Zeiten geopolitischer Unsicherheit und seine zukünftige Ausrichtung.

Ein weiterer Höhepunkt der ITB Berlin 2026 war der UN Ministers’ Summit am 2. März im CityCube Berlin. Rund 20 Tourismusminister:innen diskutierten in einem geschlossenen Rahmen gemeinsam mit weiteren Entscheidungsträgern der Branche über nachhaltiges Wachstum, Governance, Fachkräfteentwicklung und soziale Verantwortung – zentrale Faktoren für einen resilienten und zukunftsfähigen Tourismussektor. Die Veranstaltung machte deutlich, dass Tourismus weit über wirtschaftliche Aspekte hinaus wirkt: Er verbindet Kulturen, fördert internationalen Dialog und trägt zu Stabilität in herausfordernden Zeiten bei.

 

Fazit: Dieses Jahr - gut gemacht. Aber wohin geht die Reise?

Reisen sind natürlich immer noch ein Thema und für viele Menschen DAS Thema. Trotzdem kann auf der Messe nicht übersehen werden: Die Teilnehmerzahlen sind eher rückläufig, die Aussteller sparen wo es geht und unruhige Zeiten in einstmals als sicher und schöne geltenden Destinationen machen es der Branche nicht leicht, sich zu behaupten.

Natürlich wird es auch 2027 wieder eine ITB geben. Doch ob es 2037 nicht eine ITB gibt, wagen wir zu bezweifeln. Zumindest eine ITB in dieser Form vermutlich nicht mehr. Es fällt uns auf, dass für die ITB bisher keine Ansätze zu erkennen sind, wie man in die Zukunft gehen will. Das Gleiche wie immer funktioniert immer weniger, innovative oder gar mutige Ansätze sind nicht zu sehen. Abwarten und Tee trinken? Besser nicht!

 

Malediven als Offizielles Gastland der ITB Berlin 2027: Terminverschiebung

Auf der ITB Berlin 2026 wurde der offizielle Vertrag unterzeichnet. Besucher:innen dürfen sich auf ein vielfältiges Angebot freuen – von Luxus- und Boutique-Resorts über Tauch- und Wassersporterlebnisse bis hin zu Wellness, Kultur und nachhaltigen Reiseerlebnissen. Im Mittelpunkt der Präsentation stehen der Schutz empfindlicher Meeresökosysteme und die Förderung lokaler Gemeinschaften, die den touristischen Erfolg des Inselstaates maßgeblich tragen. Mit Visit Maldives 2027 betonen die Malediven nicht nur ihre Anziehungskraft als Traumdestination, sondern setzen auch ein klares Zeichen für verantwortungsvollen und zukunftsorientierten Tourismus. Neues Datum ITB Berlin 2027

Die ITB Berlin 2027 findet ausnahmsweise vom 16. bis 18. März 2027 statt. Die einmalige Terminverschiebung trägt interkulturellen Aspekten Rechnung und ermöglicht muslimischen Ausstellern und Besucher:innen, das Zuckerfest zum Ende des Ramadans zu feiern und im Anschluss uneingeschränkt an der ITB Berlin teilzunehmen. Nach der ITB Berlin ist vor der ITB 

 

Über die ITB Berlin

Die ITB Berlin 2026 fand in diesem Jahr von Dienstag bis Donnerstag, 3. bis 5. März, als reine Fachbesuchermesse statt. Die ITB Berlin ist seit 1966 die führende Messe der weltweiten Reiseindustrie und feierte unter dem Motto „Discover the stories behind 60 years of legacy“ in 2026 ihr 60-jähriges Jubiläum. Zu dieser Jubiläumsausgabe stellten 5.601 Aussteller aus 166 Ländern und Regionen ihre Produkte und Dienstleistungen rund 97.000 Teilnehmern vor. 

 

Fotos: Günther Dorn / geniesserinnen.de

 

 

 
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